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GLT-Störmeldungen aufs Handy: BACnet und Modbus mit SMS-Alarmierung verbinden

Gebäudeleittechnik und MSR-Anlagen melden Störungen über BACnet oder Modbus an eine Zentralsoftware. Damit die Meldung auch aufs Handy kommt, wenn niemand am Bildschirm sitzt, braucht es einen direkten Weg zwischen Protokoll und SMS-Gateway. Dieser Artikel zeigt, welcher Weg für BACnet-Systeme und welcher für Modbus-Anlagen der richtige ist.

7. September 2026 9 Min. Lesezeit smsreach.io Redaktion
Gebäude-Schematik mit BACnet- und Modbus-Verbindungen sendet SMS-Alarm auf ein Smartphone

GLT-Störmeldungen erreichen das Handy der Bereitschaft, indem das SMS-Gateway die Signalkette zwischen Protokoll und Mobilfunknetz schließt. Für Modbus-TCP-Anlagen kann SMSEagle ab Version 6.30 Register direkt abfragen, ohne Middleware. Für BACnet-basierte Systeme ist SNMP der etablierte Weg: Die GLT-Software sendet bei einem Alarm einen SNMP-Trap an das Gateway, das die Nachricht sofort als SMS absetzt.

Was BACnet in der Gebäudeleittechnik bedeutet

BACnet ist nach ISO 16484-5 der meistgenutzte Kommunikationsstandard für Gebäudeautomation. Nach Schätzungen von Marktforschern sind weltweit über 30 Millionen BACnet-Geräte installiert, in Anlagen für Heizung, Lüftung, Klima, Brandmeldung, Beleuchtung und Zugangskontrolle. Das Protokoll kennt zwei Hauptvarianten: BACnet/IP läuft über UDP-Port 47808 auf Ethernet-Netzen, BACnet MS/TP läuft seriell über RS-485 an Feldgeräten. Eine GLT-Zentralsoftware sammelt Meldungen aus BACnet-Geräten, stellt sie auf einem Bedienterminal dar und verwaltet Grenzwerte und Alarmprioritäten.

VarianteTransportAdressierungTypischer Einsatz
BACnet/IPUDP, Port 47808IP-Adresse und GeräteinstanzManagementebene, DDC-Regler mit Ethernet
BACnet MS/TPRS-485 seriell, 9.600 bis 115.200 bpsMAC-Adresse 0 bis 127Feldebene: Ventilantriebe, Raumregler, Sensoren
BACnet/SCTLS über Ethernet/IPZertifikatbasiertNeue Installationen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen, Standard ab 2019
BACnet-Varianten im Vergleich. Quelle: ISO 16484-5, ASHRAE Standard 135.

Was Modbus in der MSR-Technik leistet

Modbus wurde 1979 von Modicon (heute Schneider Electric) für die Kommunikation mit SPS entwickelt und ist bis heute das verbreitetste Protokoll auf der Feldebene in Industrie und MSR-Technik. Es ist offen, lizenzfrei und von nahezu jeder SPS, jedem Frequenzumrichter, Zähler und Feldgerät unterstützt. Für die Alarmierung relevant ist vor allem Modbus TCP: Die Modbus-Nutzlast ist in einem TCP/IP-Paket verpackt und läuft über Port 502. Das ermöglicht die direkte Abfrage von Geräten im Ethernet-Netz ohne serielle Konverter.

VarianteTransportSchnittstelle / PortTypischer Einsatz
Modbus RTUSeriell, binär kodiertRS-485 oder RS-232Feldebene: Pumpen, Zähler, Regler ohne Ethernet
Modbus ASCIISeriell, lesbar kodiertRS-485 oder RS-232Diagnose, ältere Geräte
Modbus TCPTCP/IPPort 502Ethernet-fähige SPS, Energiezähler, GLT-Anbindung
Modbus-Varianten im Vergleich. Quelle: Modbus.org.

Wie SMSEagle Modbus-TCP-Anlagen direkt pollen kann

Ab Softwareversion 6.30 bringt SMSEagle einen eigenen Modbus-TCP-Master mit. Das Gateway fragt ein Zielgerät in konfigurierbaren Intervallen ab und sendet bei Grenzwertverletzung selbstständig eine SMS, ohne dass ein Monitoring-System oder eine Middleware zwischengeschaltet werden muss. Die Konfiguration erfolgt im Webinterface unter Network Monitoring.

  • Ziel-IP und TCP-Port (Standard 502) des Modbus-Geräts eintragen
  • Unit ID des Zielgeräts festlegen, bei TCP-Geräten typisch 1
  • Funktionscode wählen: Read Coils (1) oder Read Discrete Inputs (2) für Binärwerte, Read Holding Registers (3) oder Read Input Registers (4) für analoge Werte
  • Registeradresse und Alarmbedingung festlegen, zum Beispiel: Register 40001 gleich 1 für eine aktive Störmeldung
  • Empfängernummern und SMS-Text konfigurieren
  • Abfrageintervall setzen, empfohlen zwischen 5 und 30 Sekunden
Beispiel: Ein Kälteaggregat mit Modbus-TCP-Schnittstelle setzt in Register 40010 einen Störbit. SMSEagle fragt das Register alle zehn Sekunden ab. Steht der Wert auf 1, geht die SMS sofort raus.

Dieses Verfahren funktioniert für jede SPS, jeden Frequenzumrichter, jeden Energiezähler und jeden Feldregler mit Modbus-TCP-Schnittstelle, unabhängig davon, ob ein GLT-System vorhanden ist oder nicht.

Wie BACnet-Alarme das SMSEagle erreichen

SMSEagle spricht kein BACnet-Protokoll. Der Weg von einer BACnet-basierten GLT zu einer SMS führt deshalb immer über einen Zwischenschritt: Die GLT-Software erkennt den Alarm und leitet ihn per SNMP-Trap, E-Mail oder HTTP-API an das SMSEagle weiter. Für welchen Weg man sich entscheidet, hängt davon ab, was die GLT-Software nativ anbietet.

WegVoraussetzung auf GLT-SeiteKonfigurationsaufwandBewertung
SNMP-TrapGLT sendet SNMP-Traps bei Alarmen (z. B. Siemens Desigo CC, Honeywell EBI, Sauter EY-modulo)SNMP-Trap-Ziel am GLT eintragen, Trap-Regel am SMSEagle anlegenSehr gut, push-basiert
Email-to-SMSGLT sendet E-Mails bei Alarmen, nahezu jedes SystemSMTP-Ziel am GLT auf SMSEagle-IP setzen, Empfängeradresse RUFNUMMER@SMSEAGLE-IPGut, einfachster Einstieg
HTTP-APIGLT oder Middleware kann HTTP-POST sendenAPI-Token am SMSEagle, URL in GLT oder Node-RED hinterlegenSehr gut, flexibel
Node-RED-BrückeNode-RED-Server im Netz, Paket node-red-contrib-bacnet installiertBACnet-Subscription einrichten, HTTP-POST an SMSEagle-APIGut, für Systeme ohne eigene Weiterleitungsfunktion
Integrationswege von BACnet-GLT zu SMSEagle

Der SNMP-Weg ist für die meisten professionellen GLT-Systeme der direkteste: Im SMSEagle-Webinterface legen Sie unter SNMP-Traps eine Regel an, die eingehende Traps mit bestimmtem OID oder einer bestimmten Quell-IP in eine SMS umwandelt. Den SNMP-Trap-Empfänger des SMSEagle tragen Sie in der GLT-Software als Zieladresse ein. Siemens Desigo CC unterstützt SNMP v3, Honeywell EBI und Sauter EY-modulo bieten SNMP-Trap-Ausgabe als Standardfunktion.

Typische GLT-Alarmsituationen und ihre Anbindung an SMS

In der Praxis kommen diese Störmeldungen am häufigsten vor und lassen sich jeweils einem der beschriebenen Wege zuordnen:

  • Lüftungsausfall (RLT-Störung): Frequenzumrichter oder DDC-Regler setzt Störbit in Modbus-TCP-Register. SMSEagle pollt den Wert direkt, oder die GLT-Software sendet einen SNMP-Trap.
  • Heizungsausfall: Kesselregler meldet Störung per Modbus RTU oder TCP. Bei BACnet-Reglern kommt der Alarm als SNMP-Trap von der GLT.
  • Kälteanlage: Kompressorsteuerung mit Modbus TCP. SMSEagle pollt Temperatur- oder Druckregister alle 30 Sekunden und alarmiert bei Grenzwertüberschreitung.
  • Brandmeldeanlage (BMA): Brandmeldezentralen haben potenzialfreie Ausgänge. Diese lassen sich an einen Digitaleingang des SMSEagle anschließen, der bei Pegelwechsel eine SMS auslöst. Alternativ kommt der Alarm als SNMP-Trap von der GLT.
  • Energiezähler: Modbus-TCP-Zähler melden Grenzwertverletzungen im Leistungsbezug direkt ans SMSEagle ohne Zwischensystem.
  • Aufzugsstörung: Aufzugssteuerungen melden häufig per BACnet an die GLT, von wo der Alarm als SNMP-Trap oder E-Mail ans SMSEagle geht.

Wann reicht die direkte Anbindung nicht mehr?

Die direkte Anbindung, ob Modbus-Polling oder SNMP-Trap-to-SMS, sendet die Störmeldung an eine oder mehrere feste Rufnummern. Was sie nicht kann: prüfen ob jemand reagiert hat, nachsteuern wenn die erste Person nicht erreichbar ist oder einen wechselnden Bereitschaftsplan berücksichtigen. Für diese Anforderungen schaltet man eine Alarmierungsplattform zwischen GLT und SMSEagle. Die Plattform empfängt den Alarm, schlägt nach wer Dienst hat, sendet die SMS über das SMSEagle, wartet auf die Quittierungs-SMS und eskaliert bei fehlender Antwort automatisch.

SMSEagle direktSMSEagle mit smsreach Connect
Anbindung BACnetSNMP-Trap oder E-Mail an SMSEagleSNMP-Trap oder E-Mail an Plattform, SMS über SMSEagle
Anbindung Modbus TCPNatives Polling am SMSEagleNatives Polling, Alarme laufen durch Plattform
EmpfängerFeste Rufnummern pro AlarmBereitschaftsplan mit Rotation und Lückenwarnung
QuittierungKeine, SMS ist EinbahnstraßePer SMS-Antwort mit Quittierungscode, Reaktionszeitmessung
EskalationWeitere Rufnummern im selben AlertAutomatisch bei fehlender Quittierung, mehrstufig
ProtokollVersandlog am GatewayLückenloses Protokoll mit Delivery-Reports und PDF-Export
Direktanbindung oder Alarmierungsplattform: was wann passt

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Live-Demo unter smsreach.io/demo: Ein echter Alarm geht aufs Handy, die Quittierung läuft per SMS-Antwort, die Plattform zeigt den Eingang in Echtzeit. Geeignete SMSEagle-Hardware für GLT-Anbindungen, vom NXS-9700 mit Digitaleingängen bis zum redundanten NXS-9750 mit zwei Mobilfunkmodulen, gibt es mit Beratung vom autorisierten SMSEagle Gold Partner unter smsreach.io/geraete. Was die Plattform hinter dem Gateway für Dienstplan, Eskalation und Protokollierung leistet, beschreibt smsreach.io/plattform.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Kann SMSEagle direkt BACnet/IP sprechen?

Nein. SMSEagle hat keinen nativen BACnet-Protokollstack. Die Verbindung zwischen einer BACnet-GLT und SMSEagle läuft über SNMP-Traps, E-Mail oder HTTP-API. GLT-Software wie Siemens Desigo CC, Honeywell EBI oder Sauter EY-modulo kann bei Alarmereignissen SNMP-Traps senden, die der eingebaute Trap-Empfänger des SMSEagle verarbeitet. Alternativ genügt die E-Mail-Alarmfunktion der GLT: SMSEagle wandelt eingehende E-Mails direkt in SMS um.

Wie verbinde ich eine SPS mit Modbus-TCP-Schnittstelle mit SMSEagle?

Ab Softwareversion 6.30 bringt SMSEagle einen nativen Modbus-TCP-Master mit. Im Webinterface unter Network Monitoring legen Sie Ziel-IP, TCP-Port (Standard 502), Unit ID, Funktionscode und Registeradresse des Statusbits an. SMSEagle fragt die SPS in einstellbaren Intervallen ab und sendet bei Grenzwertverletzung eine SMS. Unterstützte Funktionscodes: Read Coils (1), Read Discrete Inputs (2), Read Holding Registers (3) und Read Input Registers (4).

Welche GLT-Software unterstützt SNMP-Traps an SMSEagle?

Siemens Desigo CC unterstützt SNMP v3. Honeywell EBI und Sauter EY-modulo bieten SNMP-Trap-Ausgabe als Standardfunktion. Für Systeme ohne SNMP-Unterstützung ist die E-Mail-Alarmierung der einfachste Weg: SMSEagle akzeptiert E-Mails im Format RUFNUMMER@IP-DES-SMSEAGLE und wandelt sie sofort in SMS um.

Was ist der einfachste Einstieg ohne Programmierkenntnisse?

Email-to-SMS. Richten Sie in der GLT-Software die Alarmweiterleitung per E-Mail ein und tragen Sie als Empfängeradresse +4915112345678@ADRESSE-DES-SMSEAGLE ein. SMSEagle empfängt die E-Mail über seinen internen SMTP-Server und leitet sie sofort als SMS weiter. Konfigurationsaufwand am Gateway: unter fünf Minuten.

Wann brauche ich zusätzlich eine Alarmierungsplattform?

Sobald mehr als eine feste Bereitschaftsperson involviert ist, ein rotierender Dienstplan besteht oder Quittierungspflicht und Eskalation gefordert sind. SMSEagle sendet die Meldung an feste Rufnummern, ohne zu prüfen, ob die Person reagiert hat. Eine Alarmierungsplattform wie smsreach Connect nimmt den Alarm entgegen, schlägt nach wer Dienst hat, sendet die SMS über das SMSEagle und eskaliert an die nächste Stufe, wenn keine Quittierung kommt.

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Welches SMSEagle Gerät passt zu Ihnen?

Zwei Minuten Quiz oder direkter Blick in die Geräte­übersicht.